Weniger Lokalpatriotismus, mehr intellektuelle Globalisierung

Passett Pierre, Zürich
vom 19.01.2006

Liebe Journalkollegen,

Ich kann am Freitag wahrscheinlich nicht kommen und melde mich darum ganz kurz schriftlich. Ich finde das Journal in seiner jetzigen Form eigentlich gut. Der Inhalt ist über weite Strecken anregend und die Aufmachung ist sehr ansprechend. Wenn ich mir etwas wünsch würde, dann, dass Ihr noch etwas mehr vom Lokalpatriotismus abrückt. Weniger von dem „Wir in Zürich“ und lokale Probleme, dafür mehr allgemeine, jedermann überall gleich interessierende Themen. Heft 41 schien mir in dieser Hinsicht am gelungensten, obwohl es auch dort einige unnötige Referenzen an das Lokale gibt. Gerade weil wir nicht IPA-vernetzt sind und das hoffentlich auch bleiben, sollten wir die unnötige Gettoisierung durch übergrosse Akzentuierung des Lokalen vermeiden. Der Lokalpatriotismus ist letztlich auch nur eine Spielart jenes Sektierertums, das ein Erbgebrechen der Psychoanalyse ist und dem mit einer ständigen Betonung der Wissenschaftlichkeit nicht beizukommen ist. Also lieber weniger wissenschaftlich, dafür wissenswert und weniger lokal und mehr global (natürlich nicht im Sinne der ökonomischen, sondern der intellektuellen Globalisierung.)

Mit herzlichen Grüssen
Pierre