Kulturschock und Geschwisterkomplex

  • Anna Bally
Schlagworte: Migrationsforschung, Psychoanalyse, Sozialanthropologie, Geschwister

Abstract

Der folgende Artikel basiert auf einer kürzlich publizierten Forschungsmonografie (Bally, 2013), in welcher die Autorin in einem selbstreflexiven Forschungsprozess unter anderem der Frage nachgeht, welche Zusammenhänge sich zwischen der Geschwisterdynamik in der Herkunftsfamilie von indonesischen Migrantinnen und dem Auf-bauen neuer Lateralbeziehungen in der Schweiz erkennen lassen. Das Forschungsmaterial wird in dieser Monografie aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen interpretiert (Sozialanthropologie, Psychoanalyse, Geschlechterforschung) und mit der Forschung zum malaiischen Verwandtschaftssystem verknüpft. Dort lassen sich vielfache Hinweise auf die zentrale Bedeutung von Geschwisterpaaren oder -gruppen für soziale und Verwandtschaftssysteme sowie für rituelle und Alltagspraktiken finden. Anhand von ausgewählten Migrationsschicksalen wird exemplarisch eine Frage von allgemeinerer Bedeutung erforscht: diejenige nach der inneren Repräsentation der Position oder Stellung des Subjekts in der sozialen Welt. Diese innere Repräsentation ist wesentlich durch die Geschwistererfahrung und den Geschwisterkomplex strukturiert. Im vorliegenden Artikel wird ausschnittweise in diese «laterale» Perspektive eingeführt.

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Zitationsvorschlag
Bally, A. (1). Kulturschock und Geschwisterkomplex. Journal für Psychoanalyse, (54). Abgerufen von https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/1124
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