T a b u - Ethnopsychoanalytische Forschungen in Ost- und Südostafrika, 2000 bis 2004. Freuds „Totem und Tabu“ revisited

  • Gerhard Kubik
Schlagworte: (Süd-Ost)Afrika, Ethnopsychoanalyse, Floating, Gegenübertragung, Initiationsriten, Malawi, Tabu, Totem und Tabu

Abstract

Unsere Exkursion durch afrikanische Kulturgebiete im Osten und Südosten des Kontinents hat uns die weitverzweigten kulturellen und sozialen Verbindungen der Tabu-Formeln vor Augen geführt. Durch Verinnerlichung der Tabu-Inhalte hilft eine Kultur dem Individuum, mit sozial unakzeptablen unbewußten Tendenzen fertig zu werden. Aus diesem Grunde sind Tabus auch eine Neurose-Prophylaxe. Zur Zeit von Sigmund Freuds Totem und Tabu war afrikanisches Material noch nicht in jenem Ausmaß zugänglich wie heute. So konnte Freud, der sich auf die ethnographische Lite¬ratur der damaligen Zeit stützen mußte (Frazer etc. ) viele Tabu-¬Bereiche, etwa in afrikanischen Initiationsriten nicht erschließen. Seine grundlegenden Einsichten in die Psychodynamik der Tabus sind jedoch auf dieses Material übertragbar (cf. Kubik 1993), ein Verständnis, das unsere Forschungsgruppe zu erweitern und zu ergänzen sich bemüht.

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Veröffentlicht
2006-12-01
Zitationsvorschlag
Kubik, G. (2006). T a b u - Ethnopsychoanalytische Forschungen in Ost- und Südostafrika, 2000 bis 2004. Freuds „Totem und Tabu“ revisited. Journal für Psychoanalyse, (47). Abgerufen von https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/1250