Wider die Struktur

  • Franziska Lang
Schlagworte: Institutionsanalyse, Organisationsstruktur, Organisationsdynamik, Institutionelle Analyse, Ethnopsychoanalyse

Abstract

Ausgangspunkt der Untersuchung, dessen Ergebnisse in diesem Artikel zusammengefasst dargestellt werden, ist ein Unternehmen zur beruflichen Ausbildungs- und Laufbahngestaltung – ausschliesslich von Frauen gegründet und geführt –, das Konkurs ging. Ziel ist nicht die Erklärung des Scheiterns, sondern die Annäherung an ein Verstehen des institutionellen Entwurfs. Als Methode wird die Ethnopsychoanalyse gewählt – und damit der Bezug zur Psychoanalyse und der Blick auf die bewussten und unbewussten Anteile der Subjektivität der Einzelperson in ihrem Verhältnis zur Umwelt, zu dieser Organisation. Im Zentrum stehen ethnopsychoanalytische Forschungsgespräche. Mit einem Vorgehen über mehrere Stufen werden die Gesprächstexte bearbeitet und interpretiert; in der Auseinandersetzung mit theoretischen Konzepten (Freud, Erdheim, Buchinger, Institutionelle Analyse) werden Facetten der Organisation aufgezeigt. Identifizierungen und Idealisierungen führen zu einem überhöhten Entwurf des Unternehmens, der kaum mehr kritisier- und veränderbar ist. Voraussetzung für eine Entidealisierung – und damit für eine produktive und langfristige Zusammenarbeit – ist die Anerkennung der Differenz und des existentiellen Mangels. Voraussetzung ist auch die „Einschreibung in die soziale Realität“ im Rahmen eines Prozesses der Institutionalisierung. Dieses Unternehmen als institutionellen Entwurf im Sinne eines gemeinsamen Projekts mit verbindlichen Strukturen hat es nur ansatzweise gegeben.

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Veröffentlicht
2006-12-01
Zitationsvorschlag
Lang, F. (2006). Wider die Struktur. Journal für Psychoanalyse, (47). Abgerufen von https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/1254