Die emotionale Bewegung, das Sexuelle und die Ausrichtung der Kur oder: Morgenthaler und der Platz resp. Die Kastration des Analytikers

  • Rony Weissberg
Schlagworte: emotionale Bewegung, Trieb, Technik, Übertragung, Morgenthaler, Position des Analytikers, Kastration, Identifikation

Abstract

Anhand des Konzepts der emotionalen Bewegung aber auch der Technik soll versucht werden, Morgenthalers Ausrichtung des psychoanalytischen Prozesses, aber auch sein Zugang zu einer eigenständigen Position als Analytiker zu verstehen und zu hinterfragen, insbesondere im Lichte seiner Bedeutung als »Ideal«-Bild des Psychoanalytischen Seminars Zürich. Dabei zeigen sich sehr antagonistische Züge in Morgenthalers Denken und Zugang: Das Konzept der emotionalen Bewegung ist zugleich Ausdruck seiner radikalen Ausrichtung auf das Triebhafte und den unbewussten Wunsch. Zugleich wird das Triebhafte, Unbewusste im Gegensatz zu Freud sehr idealisiert verstanden, als Inbegriff von ungerichteter Bewegung und Kreativität, jenseits von Struktur, Verdrängung und Kastration. Ähnliches zeigt sich in der Technik, wo konzeptuell z.B. Trauer und Trennung »rausfallen«, obschon diese für Morgenthalers Praxis bedeutsam sind. Anhand einer Gegenüberstellung mit Lacan sowie der Frage von Identifikation und Kastration soll angedeutet werden, welche Gefahren und Notwendigkeiten für ein eigenständiges psychoanalytisches Denken und Handeln bestehen.

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Veröffentlicht
2006-06-01
Zitationsvorschlag
Weissberg, R. (2006). Die emotionale Bewegung, das Sexuelle und die Ausrichtung der Kur oder: Morgenthaler und der Platz resp. Die Kastration des Analytikers. Journal für Psychoanalyse, (45). Abgerufen von https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/1273
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