Warum eigentlich auch wir aus der kinder- und jugendpsychoanalytischen Ecke?

  • Egon Garstick
Schlagworte: Geschlechtsidentität, Begehren der Eltern, Elternimago, Identifizierung, unbewusste Inszenierung, Scham

Abstract

Das Lesen von Morgenthalers Arbeit »Zur Genese der gestörten Geschlechtsidentität am Modell der Homosexualität mit narzisstischer Problematik« führte den Autor zur Auseinandersetzung mit der Frage der Qualität des Begehrens in der Fraumutter- und Mannvaterbeziehung. Morgenthaler erbrachte für den Autor mit seiner Arbeit erneut den Beweis, dass die Bedeutung des familiären Systems für die Identitätsentwicklung selbstverständlich in psychoanalytischen Kreisen reflektiert wird, auch wenn das von einigen Vertretern der Systemischen Theorie verzerrt dargestellt wurde und wird. Im Hauptteil der Arbeit wird die Einleitung einer Behandlung von einem sehr gefährdeten 17-jährigen Jugendlichen geschildert. Es wird deutlich, wie es für die Ermöglichung eines tieferen Prozesses der Auseinandersetzung die Bereitschaft des Psychoanalytikers braucht, sich auf unbewusste Inszenierungen, auf das Überfallen-Werden einzulassen. Gerade bei identitätssuchenden Jugendlichen wird flexibler und kreativer Umgang mit Abstinenz nötig sein, um sie zum Zwiegespräch mit sich selbst zu bewegen.

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Veröffentlicht
2006-06-01
Zitationsvorschlag
Garstick, E. (2006). Warum eigentlich auch wir aus der kinder- und jugendpsychoanalytischen Ecke?. Journal für Psychoanalyse, (45). Abgerufen von https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/1278
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