Zeichen und Wunder

  • Stefan Erne
Schlagworte: Setting, Psychoanalyse, Couch, freie Assoziation, Rolle des Analytikers, Soutane

Abstract

Der Autor geht Fragen nach, ob und inwieweit die Zeichen/Insignien des psychoanalytischen Setttings (die Couch; das Liegen; die 50 Minuten, das freie Assoziieren etc.) an sich einen psychoanalytischen Prozess ermöglichen, in Gang setzen, wie gewisse Filmkomödien suggerieren und worauf dies basieren könnte. Dabei scheint die Konsistenz der symbolischen Ordnung, wie Zizek sie umreißt, eine wichtige Rolle zu spielen, welche ihrerseits mit dem Lacan’schen »großen Anderen« verknüpft ist, diese stützt; der »große Andere« verstanden als eine Leerstelle, einer Auslassung, welche erst die symbolische Ordnung, das Gesetz, in Gang setzt. Anhand von Beispielen aus Literatur und Musik, sowie Freud’s kulturtheoretischer Schriften werden diese Konzepte erläutert. Vor diesem Hintergrund wird das psychoanalytische Setting als Hülle, deren sich der Analytiker bedient, bedienen muss, verstanden, in welcher er den Platz der ihm zugewiesen wird einnehmen – diesen aber auch gleichzeitig leer lassen muss. Konterkarierend dazu das scheinbare Verschwinden, die Brüchigkeit der symbolischen Ordnung – exemplarisch an einem klinischen Beispiel dargestellt – welche dazu führt, sich neue, eigene Ordnungen, Gesetze zu erschaffen (Reflexivität nach Zizek), ja, diese zu ideologisieren, um vermeintlichen Halt zu finden, dabei aber den psychoanalytischen Prozess unterminieren.

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Veröffentlicht
2001-12-01
Zitationsvorschlag
Erne, S. (2001). Zeichen und Wunder. Journal für Psychoanalyse, (41). Abgerufen von https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/1349
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