Wider die Binarität – Psychoanalyse und Queer Theory

  • Esther Hutfless
Schlagworte: Queer Theory, Psychoanalyse, Transgender, Homosexualität

Abstract

Wie Michel Foucault in seiner Analyse Sexualität und Wahrheit I gezeigt hat, ist die Kategorie «Homosexualität» Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts als diskursive Konstruktion entstanden. «Homosexualität» als Kategorie entwickelte sich also nicht als gelebte Identität, sondern zunächst als Markierungskategorie für deviante Subjekte. Die Psychoanalyse hat von Beginn an versucht, die Entgegensetzung von Abweichung und Norm aufzulösen, indem sie Homosexuelles im Heterosexuellen und die Perversion in jeder Sexualität verortet hat. Zugleich jedoch hat die Psychoanalyse diese Dichotomisierung mit einer Pathologisierung der Homosexualität auch fortgeschrieben. Konzepte innerhalb der Psychoanalyse, die die Unterscheidung von Homo- und Heterosexualität in Frage stellen, werden auch heute kaum aufgegriffen, während nach wie vor nach den Ursachen vor allem ersterer gefahndet wird. In meinem Beitrag möchte ich die Kritik an der binären Entgegensetzung von Homo- und Heterosexualität und die Entwicklung queerer Ansätze nachzeichnen und die Queer Theory mit der Psychoanalyse in einen produktiven Dialog bringen. Ansätze der Queer Theory können für eine nicht-pathologisierende Auseinandersetzung mit Homo-, aber auch Transsexualität in der Psychoanalyse wichtige Impulse liefern.   

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Veröffentlicht
2016-07-21
Zitationsvorschlag
Hutfless, E. (2016). Wider die Binarität – Psychoanalyse und Queer Theory. Journal für Psychoanalyse, (57). https://doi.org/10.18754/jfp.57.7