Die Arbeit mit Träumen bei Freud und heute

  • Michael Ermann
Schlagworte: Traum, Gedächtnis, Persönlichkeitsstörung, Behandlungstechnik

Abstract

Freud konzipierte seine Traumdeutung nach dem Modell einer Neurose und sah in Ihnen das Ergebnis einer Verdrängung infantiler Wünsche. Seine Traumdeutung machte die verschleiernde Traumarbeit rückgängig und deckte den verdrängten Wunsch auf. Auf diese Weise wird die Kindheitsamnesie durch Erinnerung ersetzt und das Unbewusste vertrauter gemacht. Diese Art der Traumdeutung ist für «klassische» Neurosen noch immer gültig. Daneben hat sich in den letzten Jahrzehnten das Konzept archaischer Träume Aufmerksamkeit verschafft, das vornehmlich bei den heute verbreiteten Persönlichkeitsstörungen Anwendung findet. Diese Träume unterscheiden sich wesentlich von den neurotischen Träumen. Sie stellen unverhüllt die Affektivität und das Befinden des Träumers dar und verweisen wie Zeichen auf den mentalen Zustand, in dem sie geträumt werden. Sie bedürfen keiner weiteren Interpretation. In der Behandlung fördern der Dialog und die Übersetzung der Zeichen in Sprache die Symbolisierung und helfen dem Träumer, sich zu begreifen, d. h. Begriffe für seine Zustände zu finden. Darüber hinaus macht er bei der therapeutischen Arbeit mit Träumen die Erfahrung, dass seine Zustände contained werden können.

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Veröffentlicht
2017-08-04
Zitationsvorschlag
Ermann, M. (2017). Die Arbeit mit Träumen bei Freud und heute. Journal für Psychoanalyse, (58). https://doi.org/10.18754/jfp.58.9
Rubrik
Schwerpunkt