https://www.psychoanalyse-journal.ch/issue/feed Journal für Psychoanalyse 2022-09-27T00:00:00+02:00 Laura Wolf journal@psychoanalyse-zuerich.ch Open Journal Systems <p>Das Journal für Psychoanalyse wird vom <a class="outlink" href="http://www.psychoanalyse-zuerich.ch/" target="_blank" rel="noopener">Psychoanalytischen Seminar Zürich (PSZ)</a> herausgegeben.</p> https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.10 Anna Koellreuter und Margret Hauch (Hrsg.). Sophinette Becker: Leidenschaftlich analytisch – Texte zu Sexualität, Geschlecht und Psychoanalyse 2022-09-23T21:24:45+02:00 Dominique Emch journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.11 Vom Lärmen des Begehrens. Psychoanalyse und lesbische Sexualität 2022-09-23T21:48:56+02:00 Monika Gsell journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.12 Markus Fäh (2021). (Hrsg.). Trieb und Ödipus. Einführung in das Denken und Werk von Judith Le Soldat. 2022-09-23T22:45:30+02:00 Marie-Luise Hermann journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.13 Annemarie Andina-Kernen: Psychisches Wachsen. Symbolisierung, Metapher und künstlerisches Schaffen aus psychoanalytischer Sicht 2022-09-23T22:53:08+02:00 Michael Döhmann journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.14 Sama Maani (2021): Žižek in Teheran 2022-09-23T23:05:15+02:00 Sebastian Kugler journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.1 Editorial 2022-09-23T17:07:33+02:00 Marie-Luise Hermann journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 Autor_innen https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.2 Pionierinnen im Dickicht der psychoanalytischen Weiblichkeitstheorien 2022-09-23T17:20:52+02:00 Ita Grosz-Ganzoni journal@psychoanalyse-zuerich.ch <div class="page" title="Page 1"> <div class="section"> <div class="layoutArea"> <div class="column"> <p><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Utopia';">Die Position der Frauen in der Psychoanalyse ist vielfältig: Es gab die berühmten Patientinnen. Es gab die Pionierinnen, die in gesellschaftlich schwierigen Zeiten ihren Weg zur Psychoanalyse finden mussten, was oft mit dem Verzicht auf ein eigenes Familienleben verbunden war. Und Psychoanalytikerinnen spielten in der kritischen Auseinandersetzung um die Weiblichkeitstheorien Freuds in den 1920er und 1930er Jahren eine zentrale Rolle. Durch das Naziregime und seine Folgen wurde auch diese legendäre Debatte brutal unterbrochen. 40 Jahre danach, mit dem Erstarken der Frauenbewegung in den 1970er Jahren, wurde der Diskurs um die Weiblichkeitstheorien in der Psychoanalyse wieder aufgenommen und weiterentwickelt. 1971 bekamen auch die Schweizer Frauen das Stimm- und Wahlrecht, und ich begann am PSZ die psychoanalytische Ausbildung und ging auch an die berühmten Veranstaltungen der sogenannten «Plattform», einer Gruppe linker, institutionskritischer, vor allem junger KollegInnen, von denen sich die meisten in psychoanalytischer Ausbildung befanden oder sich für die Psychoanalyse interessierten. </span></p> <p><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Utopia';">Freuds Konzepte der Triebentwicklung, zu der auch die Theorie des Penisneides und des Kastrationskomplexes der Frau gehörte, wurde damals nicht kritisch hinterfragt. Sie gehörten sozusagen zum undiskutierten gewachsenen Felsen der psychoanalytischen Theorie. Die bekannte argentinische Psychoanalytikerin Marie Langer war die erste Person, die am Seminar offen und deutlich diese Theorien in Frage stellte. Für mich bedeutete das eine Aufforderung (eine Erlaubnis?) zum Anders- und Weiterdenken. 1979/80 entstand eine erste Frauengruppe mit Goldy Parin. 1991 wurde der Arbeitskreis für feministische Psychoanalyse gegründet. Mit Psychoanalytikerinnen und psychoanalytisch orientierten Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die sich einmal im Jahr treffen, wird seitdem die Thematik erweitert und vertieft. Das kritische Bewusstsein um Weiblichkeits- und Genderthemen verankerte sich schliesslich auch im PSZ. </span></p> </div> </div> </div> </div> 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.3 Meine Frauenbefreiung: eine transgenerationelle Spurensuche mit einem Abstecher an eine Freudsche Mittwochsgesellschaft im Mai 1907 2022-09-23T17:37:17+02:00 Bigna Rambert journal@psychoanalyse-zuerich.ch <div class="page" title="Page 1"> <div class="section"> <div class="layoutArea"> <div class="column"> <p><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Utopia';">Ausgehend von meiner leidenschaftlichen adoleszenten Frauenstimmrechtsmission in den frühen 60er-Jahren an einem katholischen Mädchengymnasium gehe ich auf eine historische transgenerationelle Spurensuche. Diese führt zu meiner Ur-Ur-Grossmutter mütterlicherseits, einer Frauenrechtlerin und Aktivistin der frühen bürgerlichen Frauenbewegung in der Schweiz der vorletzten Jahrhundertwende und zu ihrer Enkelin, meiner Grossmutter. Dann mache ich einen Abstecher an einen Abend der Freudschen Mittwochsgesellschaft im Mai 1907, an welchem das Thema «Weibliche Ärzte» zur Debatte steht und Freud eine verminderte Fähigkeit der Frauen zur Sublimation postuliert. Auf dem Weg über meine Mutter und meinen Vater endet meine Spurensuche mit der Geburt der Neuen Frauenbewegung im November 1968. </span></p> </div> </div> </div> </div> 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.4 Ungehörte Stimmen. Über die Wiederkehr des Vergessenen 2022-09-23T17:43:44+02:00 Nadia Kohler journal@psychoanalyse-zuerich.ch <div class="page" title="Page 1"> <div class="section"> <div class="layoutArea"> <div class="column"> <p><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Utopia';">Wie kann es sein, dass Sabina Spielrein, Psychoanalytikerin der ersten Stunde und brillante Wissenschaftlerin, auch heute noch vielen nur als Geliebte C.G. Jungs bekannt ist? Spielreins Geschichte aus diesem spezifischen Blick herauszulösen, ist Anliegen meines Aufsatzes, sowie ihr wieder eine wissenschaftliche Stimme zu geben, entgegen der ihr geschlechtsspezifisch zugeschriebe­nen Rolle. Bezugnehmend auf Spielreins Biografie skizziere ich, welche Grenzen weiblichem Potenzial im frühen 20.Jahrhundert durch das Patriarchat gesetzt waren und was dies für eine Frau wie Spielrein bedeutete. Patriarchale Strukturen sind bis heute in der Geschichtsschreibung wirkmächtig, tragen auch in der Psychoanalyse zum geschlechtsspezifischen Vergessen bei – und versperren letzt­lich den Blick für die eigenständige Leistung Spielreins als Psychoanalytikerin. </span></p> </div> </div> </div> </div> 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.5 Das Gesetz der Mutter 2022-09-23T17:50:39+02:00 Cécile Huber journal@psychoanalyse-zuerich.ch <div class="page" title="Page 1"> <div class="section"> <div class="layoutArea"> <div class="column"> <p><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Utopia';">Auf der Suche nach den psychischen Ursprüngen des Rechts hat die psychoanalytische Rechtstheorie den auf Freud und Lacan basierenden Ödipuskomplex zur Erklärung herangezogen und den Bereich des Rechts mit dem Vater identifiziert. Demnach stellt das Gesetz des Vaters, welches Vatermord und Inzest mit der Mutter verbietet, eine grundlegende Struktur der Psyche und die Quelle der Rechtsgültigkeit dar. Im Sinne der psychoanalytischen Rechtstheorie gilt das äussere, kodifizierte Recht, weil bestimmte rechtliche Prinzipien wie Mord- und Inzestverbot in der Struktur der Psyche grundgelegt sind. Die psychoanalytische Rechtstheorie nimmt jedoch fast ausschliesslich die Position des Vaters im Ödipuskonflikt in den Blick und ignoriert feministische Weiterentwicklungen des psychoanalytischen Theoriegebäudes und die entsprechende Kritik am Ödipuskomplex weitgehend. Auch drei psychoanalytische Ansätze, die jeweils ein «Gesetz der Mutter» entwerfen und damit am Dogma des Gesetzes des Vaters rühren, sind bislang nicht von der psychoanalytischen Rechtstheorie rezipiert worden: Geneviève Morel (1) entwickelt ihre Theorie anhand von Lacans Konzept des Sinthoms und betrachtet die gesetzhaften Konsequenzen ambivalenter mütterlicher Worte. Juliet Mitchell (2) zufolge erlässt die Mutter ein Gesetz, das Mord und Inzest zwischen Geschwistern verbietet und für die Gleichstellung der Geschlechter von entscheidender Bedeutung ist. Amber Jacobs (3) erarbeitet das Gesetz der Mutter aus einem Muttermord im antiken Mythos der Orestie. Der Beitrag stellt die drei Theorien vor und überprüft, ob sie zum einen auf einen rechtlichen Kontext übertragbar sind und zum anderen für eine feministische Rechtstheorie fruchtbar gemacht werden können. Dafür wird über Disziplingrenzen hinweg an der Schnittstelle von Rechtsphilosophie, feministischer Theorie und Psychoanalyse angesetzt und so ein möglicher Rahmen für eine feministische psychoanalytische Rechtstheorie abgesteckt. </span></p> </div> </div> </div> </div> 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.6 In Schönheit gestorben? Von Eurydikes möglicher Selbstbefreiung aus dem Schattenreich 2022-09-23T20:36:59+02:00 Carolin Serena Cyranski journal@psychoanalyse-zuerich.ch <div class="page" title="Page 1"> <div class="section"> <div class="layoutArea"> <div class="column"> <p><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Utopia';">In seiner bisherigen Rezeption erzählt der Mythos von Orpheus und Eurydike von der Bewältigung des eigentlich Unmöglichen: Dem Verlust der geliebten Person, und dem Weiterleben nach dem Verlust. Eurydike wird dem Leben entrissen und in die Unterwelt entführt. Orpheus wandert die Erde ab und betritt schliesslich die Unterwelt, um seine Geliebte wiederzufinden. Nach endloser Suche erkennt er beim Blick zurück, dass sie für immer verloren ist. Der gescheiterte Rettungsversuch erlaubt ihm, den Verlust zu bewältigen, und weiterzuleben. Dieser Mythos und seine bisherige psychoanalytische Aufbereitung endet für die Frau mit dem letzten Blick, den ein Mann auf sie geworfen hat. Ein danach scheint es für sie nicht zu geben. Während Orpheus Eurydikes Verlorensein anerkennen muss und sich von ihr löst, bleibt Eurydike in der Unterwelt zurück. Für sie bleibt nur ein Ende ohne Bewältigung, und ohne Weitergehen. Durch meine Fokusverlagerung von Orpheus zu Eurydike als Subjekt des Mythos soll überlegt werden, ob Eurydikes Verlorengehen nicht alleine für den Tod, sondern auch für ein inneres Schattenreich stehen könnte. Anhand verschiedener psychoanalytisch-feministischer Überlegungen zur Figur der jung gestorbenen Frau möchte ich die Frage aufwerfen, ob nicht auch Eurydike einen ganz anderen Weg, als den uns bisher bekannten, gegangen sein könnte. Kann dieser andere Weg Eurydike möglicherweise aus der Unterwelt/dem inneren Schattenreich befreien? </span></p> </div> </div> </div> </div> 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.7 Psychodynamische Aspekte der ästhetischen Chirurgie des weiblichen Genitales – Ein Workshop-Bericht 2022-09-23T20:44:39+02:00 Monika Gsell journal@psychoanalyse-zuerich.ch <div class="page" title="Page 1"> <div class="section"> <div class="layoutArea"> <div class="column"> <p><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Utopia';">Berichtet wird über einen psychoanalytischen Workshop, in dessen Zentrum fünf Fallvorstellungen zu Patientinnen standen, bei denen der Wunsch nach kosmetischer Genitalchirurgie ein Thema war oder die sich einem entsprechenden Eingriff bereits unterzogen hatten. Der Workshop-Bericht fasst die fünf Fallvorstellungen zusammen und formuliert erste Hypothesen zu der für die Praxis wichtigen Frage, unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen entsprechende Eingriffe das Potenzial haben, das psychische Wohlbefinden der Patientinnen nachhaltig zu verbessern und unter welchen Voraussetzungen und Bedingungen dies eher nicht zu erwarten ist</span>.</p> </div> </div> </div> </div> 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.8 Die Schwangerschaft in der psychoanalytischen Ausbildung 2022-09-23T20:55:14+02:00 Anna Brenner journal@psychoanalyse-zuerich.ch Victoria Preis journal@psychoanalyse-zuerich.ch <div class="page" title="Page 1"> <div class="section"> <div class="layoutArea"> <div class="column"> <p><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Utopia';">Im vorliegenden Beitrag wird der Frage nachgegangen, inwiefern die eigene Schwangerschaft während der psychoanalytischen oder psychoanalytisch orientierten Ausbildung besonders herausfordernd und belastend ist. Trotz einer Zunahme der Präsenz der Thematik in Publikationen und an Weiterbildungsinstituten scheint dennoch ein Mangel an Informationen zur und Reflexion über die Situation der schwangeren Ausbildungskandidatin vorhanden zu sein. Um der Frage nach möglichen Gründen für den Mangel an Informationen und unzureichende Reflexion nachzugehen, wurden Gruppengespräche mit Frauen geführt, die während der Ausbildung schwanger wurden. Daraus wurden bedeutsame Aspekte herausgegriffen und als Themenblöcke zusammengefasst, diskutiert und in grössere, u. a. gesellschaftliche Zusammenhänge eingeordnet. </span></p> </div> </div> </div> </div> 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.63.9 Psychoanalytikerin und Mutter – Eine Gesprächsrunde 2022-09-23T21:04:04+02:00 Vera Luif journal@psychoanalyse-zuerich.ch <div class="page" title="Page 1"> <div class="section"> <div class="layoutArea"> <div class="column"> <p><span style="font-size: 9pt; font-family: 'Utopia';">Der Mutterschaft der Psychoanalytikerin kommt im psychoanalytischen Diskurs der letzten 30 Jahre eine marginale Bedeutung zu. In einer von der Autorin moderierten, offenen Gesprächsrunde tauschten sich acht Psychoanalytikerinnen, die vor, während oder nach ihrer Weiterbildung Mutter geworden waren, über die Herausforderungen der veränderten Lebenssituation im Zusammenhang mit ihrer psychoanalytischen Tätigkeit aus. Vor allem die Schwangerschaft bedeutet eine Zäsur im psychoanalytischen Arbeiten und wird von zentralen klinischen und behandlungstechnischen Fragen und mannigfaltigem Übertragungs- und Gegenübertragungsgeschehen begleitet. An die oft am Beginn ihrer psychoanalytischen Tätigkeit stehende Psychoanalytikerin werden hohe Anforderungen an ihre berufliche Identität und ihren Umgang mit Schuldgefühlen, dem “acting out” der Analysand:innen und dem – zumindest temporären – Aufgeben des «Zwei-Personen-Modus» gestellt. Zudem akzentuiert sich die Frage über ihre Fähigkeiten als Mutter insbesondere in einem Arbeitsfeld, in dem es in den verschiedensten Variationen um die Frage der «guten» bzw. «schlechten» Mutter geht. Die psychoanalytischen Konzepte über Weiblichkeit und Sexualität, vor allem älteren Datums, eröffnen zudem ein Spannungsfeld, in dem das Frau- und Muttersein sich mit der Assoziation eines Mangels verbindet. Dem steht das Erleben der Diskussionsteilnehmerinnen gegenüber, die ihre Mutterschaft als einhergehend mit mehr Potenz und einer Erweiterung ihres Erfahrungs- und Handlungsspielraumes – sowohl in ihrer beruflichen als auch privaten Lebensrealität – wahrnehmen. </span></p> </div> </div> </div> </div> 2022-09-27T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2022