https://www.psychoanalyse-journal.ch/issue/feed Journal für Psychoanalyse 2020-07-24T12:36:06+02:00 Laura Wolf journal@psychoanalyse-zuerich.ch Open Journal Systems <p>Das Journal für Psychoanalyse wird vom <a class="outlink" href="http://www.psychoanalyse-zuerich.ch/" target="_blank" rel="noopener">Psychoanalytischen Seminar Zürich (PSZ)</a> herausgegeben.</p> https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.1 Editorial 2020-07-24T12:36:06+02:00 Marie-Luise Hermann journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.16 Fritz Lackinger, Hemma Rössler-Schülein (Hg.): Psychoanalyse und Universität. Zur Verbindung von akademischer Lehre und analytischer Praxis 2020-07-24T12:28:43+02:00 Laura Wolf journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.17 Aribert Muhs (2018). Entwicklungen in der Analytischen Psychotherapie 2020-07-24T12:28:14+02:00 Brigitte Boothe journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.18 Ulrich Moser und Vera Hortig. Mikrowelt Traum. Affektregulierung und Reflexion. Frankfurt a. M.: Brandes & Apsel 2020-07-24T12:27:45+02:00 Lutz Wittmann journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.19 Wittmann, Lutz (2020). Trauma. Psychodynamik – Therapie – Empirie Stuttgart: Kohlhammer 2020-07-24T12:27:15+02:00 Michael B. Buchholz journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.20 Eckstaedt, Anita (2019). Sichtbar machen und Bildern Sprache geben. Psychoanalytische Kunstbetrachtungen. Giessen: Psychosozial 2020-07-24T12:26:47+02:00 Olaf Knellessen journal@psychoanalyse-zuerich.ch 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.2 Psychoanalyse im Alltag der psychiatrischen Klinik 2020-07-24T12:35:36+02:00 Joachim Küchenhoff journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Der Artikel gliedert sich in folgende Teile: In einem ersten Teil wird ein Überblick darüber gegeben, auf welchen Ebenen Psychoanalyse in der (psychiatrischen) Institution wirksam werden kann. Sie tut dies, indem sie – wie jede andere Therapieschule auch – diagnostische und Behandlungsverfahren anbietet. Sie geht aber darüber hinaus, indem sie eine Metatheorie zur Verfügung stellt, die es erlaubt, heterogene Behandlungsbausteine zusammenzufügen, und indem sie den Alltag des psychiatrischen Handelns zu verstehen und therapeutisch nutzbar zu machen erlaubt. Schliesslich versteht sich Psychoanalyse nicht nur als Therapie in der Institution, sondern als Analyse der Institution, mit dem Ziel, die Institution selbst zu einem therapeutischen Faktor werden zu lassen, zumindest zu verhindern, dass die Institution umgekehrt den Therapien entgegenarbeitet oder schädlich wirkt. Der zweite Teil beschreibt die Voraussetzungen, die gegeben sein müssen, damit die Psychoanalyse auf den verschiedenen Ebenen fruchtbar werden kann. Zu unterscheiden sind dabei organisatorische Voraussetzungen wie Personalausstattung und Zeit-Management von den konzeptuellen Voraussetzungen, etwa der Bereitschaft aller Ebenen der Hierarchie zur Mitarbeit oder zur Toleranz. Zu den Voraussetzungen gehören aber auch didaktische Massnahmen und eine ausreichende personelle Ausstattung mit<br>Psychoanalytikern.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.3 Psychoanalytische Praxis in der stationären psychiatrisch psychotherapeutischen Grundversorgung 2020-07-24T12:35:05+02:00 Natalija Gavrilovic Haustein journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Stationäre Behandlungen in psychiatrischen Kliniken sind zunehmend strukturellen Veränderungen ausgesetzt, die den Fokus vermehrt auf Wirtschaftlichkeit legen. Psychoanalytische Haltungen, Theorien und Techniken sind wichtig und wirken. Trotz Zeit- und Kostendruck können sie auch in einer psychiatrisch-psychotherapeutischen Klinik der Grundversorgung eingesetzt werden. Ihre Anwendung wird hier für den Aufbau und den Betrieb einer Psychotherapiestation für Depressions- und Angsterkrankungen beschrieben. Neben dem psychotherapeutischen Einsatz, birgt die psychoanalytische Grundhaltung auch Chancen für die psychiatrische Notfallversorgung auf Akutstationen und die stationäre Krisenintervention. Dies wird anhand von praktischen Anwendungsbeispielen und der Frage nach Chancen in der psychoanalytischen Ausbildung aufgezeigt.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.4 Geduld und Ungeduld. Komplementäre Haltungen in der (zeitbegrenzten) institutionellen psychoanalytischen Psychotherapie 2020-07-24T12:34:35+02:00 Daniel Sollberger journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Die stationäre wie auch teilstationäre Psychotherapie steht unter dem Verdikt der Zeitbegrenzung. Eine klassische Voraussetzung für psychoanalytische Therapien, wie sie in der Grundregel der freien Assoziation zum Ausdruck kommt, ist die frei gestaltbare Zeit. Konsequenz dieser Zeitbegrenzung ist die Fokussierung, das heisst die Selektion und damit Einschränkung der freien Assoziation. Dies wurde mit der Entwicklung von psychodynamischen Fokal- und Kurztherapien breit diskutiert. Dennoch halten psychoanalytische Verfahren daran fest, das Material der Bearbeitung zum einen im Hier und Jetzt entstehen zu lassen, was auf Seite der Patienten der Methode der freien Assoziation entspricht. Zum andern soll eine Fokussierung auf die Subjektivität der Patienten erfolgen, der auf Seiten der Therapeuten die gleichschwebende Aufmerksamkeit entspricht. Hier eröffnet sich ein Konflikt, der sich in der psychotherapeutischen Haltung manifestiert, wenn es darum geht, Therapieprozessen im Längsverlauf mit Geduld zu begegnen, umgekehrt aber in den Einzelsitzungen durchaus die Ungeduld in der Gegenübertragung zu reflektieren. Sie soll nutzbar gemacht werden, um der Tendenz von Therapeut und Patient entgegenzutreten, aufgrund einer rationalen und bewussten Fokussierung aggressive, selbstdestruktive, ein Leben ausserhalb der Therapie sabotierende Verhaltensweisen als Thema zu vermeiden oder gar zu ignorieren. Beispielhaft wird die Übertragungsfokussierte Therapie (TFP) als Modifikation psychoanalytischer Psychotherapie und Möglichkeit institutionellen Arbeitens in ihrem Bestreben dargestellt, dem Paradox von gleichschwebender Aufmerksamkeit in der Hier-und-Jetzt-Situation der Therapie und der besonderen Aufmerksamkeit auf die wesentlichen äusseren Bereiche des Lebens von Patienten zu begegnen.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.5 Die Alpha-Funktion eines analytischen Behandlungsteams 2020-07-24T12:34:06+02:00 Colette Pfistner journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Die Psychotherapeutische Tagesklinik (PTK) ist ein Angebot des Zentrums für Psychosomatik und Psychotherapie (ZPP) der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel (UPK) und verfügt über 16 Behandlungsplätze. Das interdisziplinäre Behandlungsteam arbeitet mit einem psychodynamischen Behandlungskonzept. Durch ein relativ starres Behandlungsgerüst sowie verschiedene Gruppenangebote und Milieutherapie, aber auch in den Einzeltherapien soll eine Reaktivierung von unbewussten Konflikten und interaktionellen Schwierigkeiten der Patient*innen ermöglicht werden. Diese können nun in einem geschützten therapeutischen Rahmen neu bearbeitet werden, was zu korrektiven Erfahrungen führt und Veränderungen ermöglicht. Die vorliegende Arbeit setzt sich dabei speziell mit den Funktionen des Behandlungsteams sowie der Arbeit in Abwesenheit der Patient*innen auseinander. Anhand eines Fallbeispiels wird gezeigt, wie eine psychoanalytische Haltung innerhalb eines interdisziplinären Therapeutenteams dabei hilft, im verbalen Austausch miteinander ein gemeinsames Verstehen zu erarbeiten und wie dadurch Verbindungen zwischen unintegrierten Aspekten des Seelischen der Patient*innen hergestellt werden können. Dabei wird mit Bezug auf Bion der Prozess, der innerhalb des Teams geschieht, als «Alpha-Funktion des Teams» bezeichnet.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.6 Das «operative» Konzept der Institution 2020-07-24T12:33:36+02:00 Thomas von Salis journal@psychoanalyse-zuerich.ch Elisabeth von Salis journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Die Institution und die Gruppe werden in dieser Arbeit im Sinne der «operativen Gruppenkonzepte», fussend auf Pichon-Rivière und seinen Nachfolgern (Bléger, Bauleo und andere argentinische Autoren), definiert. Anhand klinischer Beispiele von Interventionen in psychiatrisch-psychotherapeutischen und pädagogischen Einrichtungen illustrieren wir die Arbeitsweise und etwas von der Wirkung, soweit dies ohne begleitenden forschungstechnischen Apparat möglich ist. Dabei geht es um eine Theorie und Praxis, die die Gruppe zum Gegenstand der psychoanalytischen klinischen Forschung, Therapie und Didaktik macht. Zentral und für die Methode kennzeichnend ist das Gewicht, das auf das Setting und dessen verschiedene konstituierenden Elemente, nämlich die Gruppenaufgabe, die Koordination und Beobachtung/Interpretation, sowie die in der psychoanalytischen Praxis geläufigen Faktoren der Präsenz der Mitglieder in geregelten räumlich-zeitlichen und ökonomischen und Rollen-Verhältnissen gelegt wird. Wir berichten im Folgenden über einige rezente Erfahrungen mit Mitarbeiter-Teams in klinischen und pädagogischen Einrichtungen.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.7 Die Couch im Isolationszimmer – Psychoanalytisches Denken und psychiatrische Institutionen 2020-07-24T12:33:07+02:00 Michael Niebler journal@psychoanalyse-zuerich.ch Simon Mettler journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Der Artikel befasst sich mit der Frage, in welchem Verhältnis psychoanalytisches Denken und psychiatrische Kliniken heute stehen. Unter Rückgriff auf einen Maschinenbegriff, der mehr meint als konkrete technische Objekte, wird die Klinik zunächst als Einrichtung beschrieben, die der Symbolisierung von Unbewusstem dient. Diese abstrakten Maschinen sind gekennzeichnet durch immer schon vorhergehende Verbindungen gerade von offensichtlich Unverbundenem. Massgeblich für das Funktionieren von Klinik als Symbolisierungsmaschine ist das Aufgreifen und Auswerten von Irritationen, die im Kontrast zu einem geregelten Ablauf stehen und erst vor dessen Hintergrund gesehen werden können. Demgegenüber steht die Tendenz, Kliniken möglichst effizient und reibungslos zu betreiben, was sie aber ihren tatsächlichen Wert einbüssen lässt. Die Klinikmaschine ist aber auch wichtige Ordnungsmacht und markiert die Grenzen des Therapeutischen. In dieser Funktion wird therapeutisches Arbeiten ausserhalb der Klinik erst ermöglicht. Psychiatrische Kliniken sind für Therapeuten immer Ort und Nicht-Ort zugleich, zu denen man immer im Bezug steht. Wird man sich dieser maschinischen Verbindung zur Klinik bewusst, entsteht die Möglichkeit, diese reflexiv zu nutzen. Deshalb plädieren die Autoren für eine stärkere Verknüpfung praktizierender Psychoanalytiker mit psychiatrischen Institutionen, um deren Funktionieren anhand von Irritationen zu gewährleisten.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.8 Übergangsräume, Übergangsobjekte, Fadenspulen und Schmusetücher 2020-07-24T12:32:38+02:00 Catherine Bernhart journal@psychoanalyse-zuerich.ch Antje Brüning journal@psychoanalyse-zuerich.ch Helen Stierlin journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Im nachfolgenden Artikel beschreiben wir einige Aspekte unserer Arbeit in der Fadenspule, einem Empfangs- und Begegnungsort für kleine Kinder und ihre Familien in Zürich, der von einer Gruppe psychoanalytisch orientierter Fachpersonen seit zehn Jahren angeboten wird. Wir beziehen uns dabei auf die « Maison Verte » und die Ideen der damaligen Gründer, Françoise Dolto und ihren Mitstreitern in Paris. Im Zentrum stehen Gedanken zu den vielfältigen Übergängen, die zur Elternschaft und frühen Entwicklung der Kinder gehören. Das Angebot eines Containings und die Möglichkeit zu triangulieren scheint uns dabei bedeutsam zu sein. Die Kinder als Subjekte liegen uns besonders am Herzen. Am Beispiel ihrer frühen Äusserungen versuchen wir darzustellen, wie ihre Anliegen mehr Raum bekommen können.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.9 Wie kann psychoanalytisch orientierte Eltern-Säugling/Kleinkind-Psychotherapie in stationäre Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen integriert werden? 2020-07-24T12:32:08+02:00 Melanie Eckert journal@psychoanalyse-zuerich.ch Olga Becker journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Dieser Beitrag beleuchtet die Chancen, Grenzen und zentralen Wirkmechanismen aufsuchender psychodynamischer Eltern-Säugling/Kleinkind-Psychotherapie (ESKP) in Institutionen der deutschen Kinder- und Jugendhilfe, die Eltern mit ihren Säuglingen und Kleinkindern in «Gemeinsamen Wohnformen für Mütter/Väter und Kinder» nach §19 des VIII Sozialgesetzbuches betreuen. Welche Erfahrungen psychodynamisch arbeitende Eltern-Säugling/Kleinkind-Therapeut*innen in diesem Kontext machen und vor welchen Herausforderungen sie bei der Etablierung einer tragfähigen Arbeitsbeziehung mit den Müttern und in der interdisziplinären Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Fachpersonal stehen, möchten wir anhand der Erkenntnisse aus einer qualitativen Interviewstudie mit Expertinnen veranschaulichen.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.10 Psychoanalytisches Arbeiten in Institutionen – am Beispiel des «Pinocchio», einer Beratungsstelle für Eltern und Kinder in Zürich 2020-07-24T12:31:39+02:00 Michael Frei journal@psychoanalyse-zuerich.ch Norbert Wolff journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Darstellung der Geschichte und Arbeitsweise in der psychoanalytisch orientierten Beratungsstelle für Eltern und Kinder «Pinocchio» in Zürich. Ausgehend vom Anspruch sowohl ein niederschwelliges Angebot für die Eltern mit zeitnahen Beratungsterminen zu machen, als auch das psychoanalytisch orientierte Verstehen der Beziehungsdynamik innerhalb der Familie und die Wiederaufnahme der progressiven Entwicklung des Kindes in den Fokus der gemeinsamen Arbeit zu stellen, wird zunächst die Gründungsidee der Beratungsstelle und anschliessend die Arbeitsweise der psychoanalytisch ausgebildeten Mitarbeitenden dargestellt. Anhand einer kurzen Fallvignette werden das psychoanalytische Fallverständnis und die entwicklungsorientierte Interventionstechnik exemplarisch dargestellt.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.11 Zwischen Schonraum und Krisenherd – Psychologische Beratung für Studierende an der Pädagogischen Hochschule Zürich 2020-07-24T12:31:09+02:00 Hanspeter Mathys journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Welche spezifischen Herausforderungen bringt das Studium an einer Hochschule mit sich und was könnte das heissen für die psychologische Beratungsarbeit, die von einem psychoanalytischen Ansatz ausgeht? Am Beispiel der Psychologischen Beratungsstelle an der Pädagogischen Hochschule Zürich werden diese Fragen diskutiert. Dabei geht es vor allem um eine Haltung, die sich einerseits von anderen Beratungsverständnissen, anderseits vom psychoanalytischen Arbeiten im therapeutischen Setting unterscheidet. Der Text versteht sich als subjektiver Erfahrungsbericht, ohne den Anspruch auf einen wissenschaftlich fundierten State of the Art erheben zu wollen.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.12 «Die Kunst des Fragens» – Psychoanalyse an der Universität Zürich? Ein Gespräch mit Brigitte Boothe 2020-07-24T12:30:40+02:00 Laura Wolf journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Zur Person: Prof. em. Dr. phil. Brigitte Boothe studierte zum einen Germanistik, Romanistik, Philosophie und erwarb zum anderen 1977 das Diplom in Psychologie. Sie dissertierte im selben Jahr in Philosophie über Wittgensteins Konzepte der Beschreibung und der Lebensform. Über Sprache und Psychoanalyse folgte 1988 die Habilitation an der Medizinischen Fakultät der Universität Düsseldorf. Von 1990 bis 2013 war sie Inhaberin des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und stand der Abteilung Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse am Psychologischen Institut der Universität Zürich (UZH) vor. In dem von ihr entwickelten qualitativen Forschungszugang (Erzählanalyse JAKOB) widmete sie sich klinischen Erzählungen und publizierte zur Psychoanalyse der Weiblichkeit, Kommunikation und Narration in der Psychotherapie wie zur Psychologie des Wünschens. Zudem führte sie eine universitäre postgraduale Weiterbildung in Psychoanalytischer Psychotherapie ein, welche seit ihrer Emeritierung an der UZH nicht mehr fortgeführt wird. Ihre Weiterbildung zur Psychoanalytikerin (DPG, DGPT) absolvierte sie am freien Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Düsseldorf e. V. (IPD) und bildete sich zusätzlich in Gesprächspsychotherapie wie Psychodrama weiter. Derzeit arbeitet sie in freier Praxis in Zürich. Für ihr Lebenswerk ist Frau Boothe 2018 mit dem Preis der Dr. Margrit Egnér-Stiftung ausgezeichnet worden.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.13 Mehr als Beratung: Psychodynamische Aspekte in der Behandlung von Patient*innen in der Transplantationsmedizin 2020-07-24T12:30:12+02:00 Sebastian Euler journal@psychoanalyse-zuerich.ch Elena Hoffmann journal@psychoanalyse-zuerich.ch Claudia Husung journal@psychoanalyse-zuerich.ch Katja-Daniela Jordan journal@psychoanalyse-zuerich.ch Andre Richter journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Organtransplantationen stellen für die Empfänger*innen andauernde, existenziell bedrohliche und sowohl für die subjektive Verarbeitung wie zwischenmenschliche Beziehungen herausfordernde Belastungen dar. Neben den psychodynamischen Aspekten, die bei schwer körperlich Erkrankten allgemein eine Rolle spielen können, sind bei der Transplantation eines Organs als Lebendspende von einer nahestehenden Person oder als Leichenspende auch spezifische Faktoren bedeutsam. In diesem Text wird nach einer Einleitung über die peritransplantäre psychosoziale Betreuung von Patient*innen des Transplantationszentrums eine Fallgeschichte einer Organtransplantation eines jungen Mannes erzählt. Unbewusste Inszenierungen, Konflikte und Abwehrmechanismen im peritransplantären Prozess werden in ihrer Bedeutsamkeit für die psychotherapeutische Behandlung reflektiert. Im vorliegenden Kontext – Psychoanalyse in Institutionen – ist dabei spannend, inwiefern die Organtransplantation als existenzieller Prozess, die damit verbundene Manifestation unbewusster psychischer Mechanismen und deren psychodynamische Reflexion in der Behandlung zusammenhängen. Das Verständnis für diese Zusammenhänge kann dazu beitragen, den lebensrettenden Akt der Organtransplantation zu ermöglichen sowie anschliessend Wohlbefinden und Lebensqualität der Empfänger*innen zu verbessern.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.14 Entwicklungsaufgaben des Älterwerdens für die Psychoanalyse 2020-07-24T12:29:42+02:00 Marie-Luise Hermann journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Mit steigender Lebenserwartung differenzieren sich die Lebensphasen des Alters. Die ersten geburtenstarken Jahrgänge der «Wohlstands-Babyboomer» haben das Alter von 60 Jahren erreicht und stellen die Psychiatrie und Psychotherapie vor neue Aufgaben. Psychoanalytische Konzepte und Erfahrung mit Psychotherapie im Alter ermöglichen ein vielfältiges Verständnis der Alternsprozesse. Dem entgegen steht nach wie vor ein «Vermeidungsbündnis»: eine spürbare Abwehr des Themas Alter in Institutionen, unter BehandlerInnen und PatientInnen. Die «Entwicklungsaufgaben des Alters» werden daher auch auf die eigene Disziplin angewendet, um Schwierigkeiten des Älterwerdens und deren Abwehrformen sichtbar zu machen. Stationäre Behandlungserfahrungen zeigen Möglichkeiten zur Überwindung auf, aber auch die anspruchsvolle Arbeit mit komplexen Lebenslagen, die ein psychoanalytisches Verständnis brauchen.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020 https://www.psychoanalyse-journal.ch/article/view/jfp.61.15 Ich will in der Not dir Zuflucht sein 2020-07-24T12:29:12+02:00 Walter Heuberger journal@psychoanalyse-zuerich.ch <p>Institutionen werden durch die Gesellschaften geprägt, in denen sie sich entwickeln. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts fand ein gesellschaftlicher Wandel statt, weg von den Disziplinargesellschaften, die auf mechanischem Gehorsam, Konformität und Verboten gründeten, hin zu den auf internalisierter Kontrolle basierenden Selbstkontrollgesellschaften. Der Zugriff geschieht heute sanfter, aber umso durchdringender, direkt auf das psychische Innere. Marketing heisst jetzt das Instrument der sozialen Kontrolle, Selbstoptimierung wurde allgemeine Pflicht. Verbunden mit einer marktradikalen Ökonomie wird ständige Rivalität verbreitet. Verhältnisse permanenter Metastabilität prägen unseren beruflichen wie privaten Alltag. Auch die Psychiatrische Klinik als Institution wurde durch diese Entwicklungen radikal umgestaltet. Aus Asylen entstanden psychiatrische Dienste, gesteuert weniger durch medizinische oder psychologische Fachkräfte als durch Ökonomie und Verwaltung. PatientInnen wurden zu KundInnen, denen Dienstleistungen verkauft werden. Diese Entwicklungen verändern unsere Arbeit als BehandlerInnen in psychiatrischen Institutionen. Ich berichte aus meiner klinischen Arbeit und schlage vor, wie eine Rückbesinnung auf das Asyl gedacht werden könnte.</p> 2020-07-16T00:00:00+02:00 Copyright (c) 2020