Call for Papers

Heft Nr. 59: Übertragung und Medialität

Im September 2017 wird das PSZ das 40-jährige Jubiläum seines Bestehens in der jetzigen Form sowie 10 Jahre des von ihm gespendeten und alle 2 Jahre verliehenen Preises The Missing Link feiern. Solche Jubiläen bieten Anlass, zurück, aber auch nach vorne zu blicken. Sie sind damit Momente des Übergangs, Situationen von Übertragung.

Das Thema dieser Jubiläen und ihres Festes wird demnach Übertragung und Medialität sein. So wird es ein ganztägiges Festival mit Workshops, Präsentationen, Performances, Vorträgen, Filmen, Musik, Diskussionen und mannigfachen Begegnungen zusammen mit der 6. Preisverleihung von The Missing Link und dem Förderpreis Link 2 Future geben.

Bei den Beiträgen zu diesem Festival geht es darum, den Fokus unseres Blicks auf die Übertragung mit psychoanalytischem Denken und aus psychoanalytischem Interesse auf kulturelle Gebiete auszuweiten, mit denen wir es heute zu tun haben, und dabei mit diesen Bereichen und denen, die sich dafür interessieren, Erfahrungen zu machen. Übertragungen sind mediale Ereignisse, sie spielen sich in Medien ab – so ist auch das klassische Setting der Psychoanalyse, das der Couch, ein solches Medium, in dem sich Übertragung auf eine spezifische Weise ereignet –, sie schaffen aber auch Medien, so wie die Übertragung in unserer Arbeit das Setting auch immer wieder überschreitet, es auch immer wieder verändert und neue Settings, neue Medien, in denen sie dann fassbar wird, generiert.

Psychoanalyse war in diesem Sinn immer schon eine Medientheorie. Denn wir haben es schon mit einer Übertragung auf ein anderes Medium zu tun, wenn – wie Freud es im 7. Kapitel der Traumdeutung beschreibt – aus der Bedürfnisbefriedigung an der Brust ein Erinnerungsbild wird, dessen Wiederbesetzung dann das ausmacht, was psychoanalytisch als Wunsch bezeichnet wird.

Die Beiträge an dieser Veranstaltung werden im Heft 59 des JOURNAL FÜR PSYCHOANALYSE publiziert. Die elektronische Ausgabe wird dabei auch die Möglichkeiten miteinbeziehen, welche die neuen Medien der Übertragung heute bieten wie Filme, Audiodateien, Bilder und je nachdem noch mehr.

Dieses Thema ist eigentlich kein junges Thema, eröffnet aber die Auseinandersetzung mit Bereichen – nicht zuletzt der neuen Medien –, die bislang in der Psychoanalyse nicht so sehr im Zentrum standen und eher mit Skepsis behandelt wurden. Vor allem jüngere Kolleginnen und Kollegen sind mit ihnen durchaus vertraut und gewohnt, mit ihnen zu arbeiten. Diese Ausweitung, die Übertragung immer ist, soll kritisch diskutiert werden, wobei sich ein neues, vielleicht auch präziseres und umfassenderes Verständnis von Übertragung und Medialität ergibt.

Dieser Call for Papers richtet sich an jene, die sich auf die eine oder andere Art mit diesem Thema beschäftigen. Das Spektrum kann nicht anders als offen sein.

Abstracts (max. 2000 Zeichen inkl. Leerschlag) bitte bis 31. März 2017 an: journal@psychoanalyse-zuerich.ch

Abgabetermin: 31. Dezember 2017

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Zürich, 20.11.2016 Olaf Knellessen und die Journalredaktion.

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Call for Papers, Heft 59